Klimastadt Bremerhaven Giftmüllbezirk

 

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Der Protest der BIKEG gegen die Deponie Grauer Wall basiert auf sachlichen Argumenten, nämlich im Wesentlichen der Unvereinbarkeit von Giftmüll  neben einem Wohngebiet und einem Gesundheitspark. Wir sehen uns häufig  mit unsachlichen Gegenargumenten zu diesem Thema konfrontiert, die wir nicht immer unkommentiert stehen lassen möchten. Um Tatsachen inhaltlich streng von Meinungsäußerungen zu trennen, haben wir hier ein Forum für Kommentare und Satire geschaffen.

Eklat beim Deponie-Dialog     (s. Berichte vom 19./20. März 2015)

Die BIKEG schlägt vor, der "Bürgerdialog" wird unter Teilnahme der Öffentlichkeit wiederholt, und zwar mit denselben Fragen, die die BIKEG beim ersten Gespräch gestellt hatte. Dann kann die Geschäftsleitung des Deponiebetreibers den Bremerhavener Bürgern noch einmal erzählen, dass sie ihnen keine Rechenschaft schuldig ist. Alle können dann Zeugen der Worthülsen und Ausflüchte werden. Die Geschäftsleitung kann noch einmal die Auskunft verweigern, wie das bleihaltige und staubende Abdeckmaterial Schlacke ausreichend feucht gehalten wird. Der Mitarbeiter des Senators kann noch einmal begründen, warum trotz wiederholter Verstöße gegen Umweltgesetze keine Strafanzeige gestellt wurde. Der grüne Umweltdezernent kann erläutern, welche "Fakten" der BIKEG vorgelegt wurden. Die 26 unbelegten Zahlen über die LKW-Anlieferungen können es kaum sein. Vielleicht erklärt er auch der Öffentlichkeit, warum er alle Fakten nicht erwähnt, die die BIKEG aus den behördlichen Akten zusammengetragen hat.

Antwort auf den Artikel in der Nordsee-Zeitung vom 17.12.2014 „Alles andere als grenzwertig, keine höhere Schadstoffbelastung rund um die Deponie Grauer Wall“

Die Behörde ist zufrieden, Bremerhaven ist doch jetzt auch in Bezug auf die Deponie „Grauer Wall“ eine „liebenswerte Stadt“, wie die NZ jüngst ihre Podiumsdiskussion titelte. Aber es gibt natürlich immer ein paar Miesmacher, z.B. die BIKEG. Nun könnte man sagen,  an den Fakten, d.h. alle Messwerte liegen unter den Grenzwerten, kann auch die BIKEG nicht rütteln. Doch, kann sie:

Seit die Deponie besteht (rund 56 Jahre) wurde sie vermutlich noch nie so stark künstlich gewässert, wie zur Zeit. Was hat die BEG vermutlich zu dieser Maßnahme bewegt?

  • aufgeschreckt durch die Messungen stark erhöhter Bleiwerte im weiten Umkreis der Deponie (auch in 2 km Entfernung!!)
  • durch die Ankündigung von Grob- und Feinstaubmessungen durch die Behörden,
  • durch die (abgestrittene) Tatsache, dass die erhöhten Bleiwerte auf die Schlacke der Müllverbrennungsanlage zurückgehen, die auf der gesamten Deponie verteilt sind und als offizielle Abdeckung z.B. der Filterstäube dienten und
  • dass bei der Gerichtsverhandlung zur Erweiterung der Deponie deutlich wurde, dass keine Kontrolle der vorgeschrieben Feuchtigkeit der Schlacke vorgewiesen werden konnte.

Diese Bewässerungsmaßnahme soll zeigen, "bewiesen" durch die niedrigen Messwerte, wie sauber doch das Aufschütten der 108 verschiedenen Abfallarten ist. Die BEG und die Behörden müssten aber wissen, wie fahrlässig über Jahrzehnte selbst mit den gefährlichsten Abfällen auf dieser Deponie umgegangen wurde (letzter nachgewiesener Fall Oktober 2013). Beispiele dafür sind der skandalöse Umgang mit den hochgiftigen Filterstäuben, die bis 2013 offen abgeschüttet wurden, um dann mit einem Radlader zur Kippkante geschoben zu werden, wo sie staubend herunterfielen, um dann irgendwann mit Schlacke abgedeckt zu werden. Der Umgang mit Asbest war ebenso skandalös, auch da haben wir Unterlagen der Behörden und Aussagen von Entsorgern, die das beweisen. Zu  dieser Art des Umgangs mit Abfällen zählt auch das Zwischenlager, auf dem es allein 2014 zwei Mal brannte. Geduldet wurde und wird dies letztlich von der Genehmigungsbehörde in Bremen.

Die Kontrolle über alle Abfälle liegt ausschließlich beim Betreiber BEG. Die Behörde erfährt nur auf elektronischem Wege, was angeblich und in welcher Menge auf die Deponie gebracht wird und das auch nur für die besonders gefährlichen Abfälle.

Die BEG kann jetzt hoffen, so wurde es auch von der Behörde vermittelt, dass alle Messstellen wieder abgebaut werden, wenn die Messergebnisse über ein Jahr unter den Grenzwerten liegen. Vermutlich werden dann auch die Filterstäube, die zur Zeit Untertage entsorgt werden, wieder auf der Deponie abgelagert. Da die genehmigte Menge Filterstaub deutlich über der aus Bremerhavener Müll anfallenden Menge liegt, wird auch noch Filterstaub importiert, denn das Ablagern auf einer Deponie ist die billigste Art der Entsorgung.

Die Meinung der BIKEG zu dem Artikel „Jetzt wird Staub aufgewirbelt“ in der Nordsee-Zeitung vom 26. April 2014

Leider wurden einige Tatsachen in dem Bericht nicht objektiv dargestellt. Nirgendwo in der Deponieverordnung wird eine Pyramidenform vorgegeben. Vorschrift ist ein Gefälle von 5%, damit Regenwasser ablaufen kann und nicht durch Einsickern vermehrt hochgiftige Schadstoffe ins Grundwasser transportiert werden. Die Pyramidenform schafft noch mehr Platz für Müll und dient nur der Gewinnmaximierung für die BEG.  

Es wurden am ersten Tag 111 LKW gezählt. dann 95, 72, 63 und am Freitag 59 LKW. Fakt ist, dass in dem Planfeststellungsbeschluss nur maximal 60 LKW pro Tag genehmigt sind. Holländische Mülltransporter, wie sie von der BIKEG fotografiert wurden, sind gar nicht erlaubt.

Feinstaub der Klasse PM 10 wurde in dem Artikel mit Feinststaub der Klasse PM 2,5 verwechselt. Feinststaub der Klasse PM 2,5 ist viel gefährlicher, da dessen Stoffe mit dem Blut auch ins Gehirn transportiert werden. Überschreitungen sind daher alles andere als harmlos.

Die Messwerte von PM 10 und 2,5 aus der Hansastrasse sind z.T. nachweislich falsch, diese Begründung für die Zweifel der BIKEG wäre wichtig für den Leser gewesen.  

Fazit: Die Mitglieder der Bürgerinitiative haben ihre Bedenken gegen die Deponie mit harten Fakten untermauert , aber leider findet man diese Fakten nicht in der Berichterstattung der NZ wieder. Wir hoffen nicht, Staub aufzuwirbeln, wir sind besorgt. Da es um die Gesundheit der Bürger geht, wünschen wir uns einen objektiven, aufklärenden Journalismus.

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