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TV- und Radiobeiträge

Deponie-Beirat in Bremerhaven tagte

Nachdem interne Behörden-Unterlagen massive Probleme im Betrieb der Deponie Grauer Wall in den Jahren 2006-2015 offengelegt hatten, tagte heute der Deponie-Beirat.

Deponie-Beirat
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Autoren: Christian Brans-Schreckeneder und Rainer Kahrs
Länge: 1:36 Minuten
gesendet am: 28. Mai 2018
Sendereihe: buten un binnen Regionalmagazin | RB TV

Grauwall-Deponie:
Offenbar jahrelang Giftmüll unsachgemäß gelagert

  • Dokumente von 2006 bis 2015 dokumentieren Fehlverhalten
  • Es geht um Verwehungen von Asbest und Filterstaub
  • Stadt Bremerhaven sieht keine Belastungen oder Schäden

Bei der Mülldeponie Grauer Wall in Bremerhaven gab es offenbar jahrelang schwerere Mängel als bisher bekannt. Das geht aus Behörden-Dokumenten hervor, die Radio Bremen vorliegen. Die Unterlagen betreffen einen Zeitraum von 2006 bis 2015. Ihnen zufolge wurden offenbar asbesthaltige Abfälle und Filterstäube aus Müllverbrennungsanlagen unsachgemäß abgeladen und auf der Deponie gelagert.

Mehrfach rügen die Behörden, dass Vorschriften nicht eingehalten würden. Dadurch könne es zur Verwehung von Schadstoffen in die Umgebung gekommen sein. Die Behörden werfen dem Betreiber der Deponie, der Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft (BEG), mehrfach Unzuverlässigkeit und sogar Lügen vor.

Anwohner hatten Missstände seit Jahren kritisiert

Anwohner der direkt an ein Wohngebiet grenzenden Deponie, die seit Jahren Missstände beim Umgang mit dem gefährlichen Abfall kritisiert hatten, sehen sich bestätigt. Friedrich Walz von der Bürgerinitiative "BIKEG" sagte zu Radio Bremen: "Die Kontrollen für diese Deponie sind gleich Null. Das ist unsere ganz große Befürchtung. Der Betreiber kann schalten und walten, wie er will, nur er alleine kontrolliert diese Deponie und keine Behörde." In einem der Papiere gibt ein Behördenvertreter zu, dass es wegen Personalmangels "in allen Behörden" keine verstärkte Überwachung der Deponie geben könne.

Grüne wollen Annahmestopp, Stadt sieht keine Mängel

Claudius Kaminiarz von den Bremerhavener Grünen forderte, die Behörde müsse jetzt reagieren: "Sie muss einen Annahmestopp verhängen, bis die Vorwürfe geklärt sind", sagte er zu Radio Bremen. Die Bremerhavener CDU verlangt Aufklärung – und dass die Luftmessungen in der Umgebung der Deponie fortgesetzt werden. Der gesundheitspolitische Sprecher der Partei, Ralf Holz, kritisiert außerdem, dass Überprüfungen der Deponie vorher angekündigt würden. SPD-Fraktionschef Sönke Allers betonte, für die Sicherheit der Deponie sei die Betreibergesellschaft BEG verantwortlich. Die Koalition müsse sich nun abstimmen und die Papiere bewerten. In den Unterlagen hatten die Behörden mehrfach gerügt, dass Vorschriften verletzt würden. Die BEG wies die Vorwürfe unterdessen zurück. "Die Deponie wird unter Einhaltung der Vorgaben der Deponieverordnung betrieben", sagte ein BEG-Sprecher. Das Unternehmen unterhalte einen "professionellen und vertrauenswürdigen Kontakt" zu den Behörden.

Der Stadt Bremerhaven zufolge gibt es derzeit keine Mängel an der Deponie, die abgestellt werden müssten. In den Unterlagen seien Ordnungswidrigkeiten dokumentiert. Bei Mängeln werde der Betreiber aufgefordert, diese zu beheben. Belastungen oder Schäden für die Bevölkerung durch die Deponie gebe es nicht, sagte Stadt-Sprecher Volker Heigenmooser.

Die Deponie gehört mehrheitlich dem nordrhein-westfälischen Unternehmen Remondis. Einen 25,1-Prozent-Anteil hält aber die Stadt Bremerhaven.

Quelle: Radio Bremen - buten un binnen Exklusiv - 24. Mai 2018 - Boris Hellmers

Giftmüll auf Deponie Grauer Wall? Opposition fordert Aufklärung

Nach dem Bekanntwerden interner Behördendokumente zur Deponie Grauer Wall in Bremerhaven hatten die Grünen einen Annahmestopp gefordert. Vertrauliche Papiere deuten darauf hin, dass es auf der Deponie Mängel im Umgang mit gefährlichem Abfall wie zum Beispiel Asbest gegeben haben könnte. Jetzt fordern Bremerhavener Lokalpolitiker Aufklärung.

Opposition fordert Aufklärung
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Autor: Bastian Demann
Länge: 1:09 Minuten
gesendet am: 24. Mai 2018
Sendereihe: buten un binnen Regionalmagazin | RB TV

Mängel bei der Deponie Grauer Wall

Beim Betrieb der Deponie Grauer Wall in Bremerhaven hat es anscheinend jahrelang gravierende Probleme gegeben. Das geht aus Unterlagen hervor, die buten un binnen exklusiv vorliegen.

Deponie Grauer Wall
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Autor/-in: Christian Brans-Schreckeneder
Länge: 2:32 Minuten
gesendet am: 23. Mai 2018
Sendereihe: buten un binnen Regionalmagazin | RB TV

Neuer Verdacht: Auf Deponie Grauer Wall könnte Öl lagern

Kritiker sprechen eigentlich von Asbest und giftiger Schlacke aus der Müllverbrennung, wenn es um die Mülldeponie "Grauer Wall" in Bremerhaven geht. Doch jetzt kommt ein weitere Verdacht dazu: Auch Öl soll dort im Boden sein.

Neuer Verdacht
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Autor/-in: Rainer Kahrs
Länge: 3:05 Minuten
gesendet am: 23. Mai 2018
Sendereihe: buten un binnen Regionalmagazin | RB TV

Papiere zur Grauwall-Deponie: "Abfallmäßig eine Katastrophe"

Die Deponie "Grauer Wall" in Bremerhaven steht seit Jahren massiv in der Kritik. Anwohner fürchten gefährliche Gifte und halten den Betreiber für unzuverlässig. Mit der Meinung stehen sie offenbar nicht allein da. Vertrauliche Dokumente, die Radio Bremen vorliegen, zeigen: Auch die Behörden dokumentierten jahrelang teils haarsträubende Verstöße des Betreibers und verloren schließlich das Vertrauen in ihn. Ein Gang durch die Dokumente.

Auszug aus den Behörden-Dokumenten zum "Grauen Wall"
Download der Behördendokumente

Auszug aus den Behörden-Dokumenten zum "Grauen Wall"

(PDF-Dokument, ca. 10,5 MB)

Eigentlich sollte es 2015 einen konstruktiven Dialog zwischen Behörden, Betreiber und Anwohnern der Deponie "Grauer Wall" geben. Doch die Veranstaltung platzte: Die Bürgerinitiative "BIKEG" zog sich zurück. Bremerhavens damaliger Umweltdezernent Maurice Müller (Grüne) empörte sich in der Presse darüber, die Initative habe dem Deponiebetreiber "Lügen" unterstellt.

Was Müller offenbar nicht wusste: Mit dieser Unterstellung war die BIKEG nicht allein. Schon am 14. Oktober 2014 hatte sich die Gewerbeaufsicht des Landes Bremen in deutlicher Abfälligkeit über den Prokuristen des Betreibers geäußert: Er habe "zweimal zu viel gelogen", heißt es, und: "Die Informationspolitik ist beschissen".

Überraschende Offenheit in Behörden-Dokumenten

Überraschend offen sprechen Vertreter des Umweltsenators, der Gewerbeaufsicht, des Umweltschutzamtes und anderer Behörden in diesem Sitzungsprotokoll über Probleme mit der Bremerhavener Deponie "Grauer Wall" und deren Betreiber, die Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft (BEG).

Das tun sie auch auf 92 Seiten weiterer Dokumente von 2006 bis 2015, die Radio Bremen vorliegen. Vermerke, Protokolle, E-Mails: Sie zeigen, dass der "Graue Wall" offenbar kaum ohne Beanstandungen lief, dass es immer wieder Probleme mit einem offensichtlich nur selten kooperationsbereiten Betreiber gab, dass der Umgang mit Giftmüll wie Asbest oder Filterstäuben auf der Deponie nach Behörden-Beobachtungen eher lax gehandhabt wurde – und dass es jahrelang keine ernsthaften Sanktionen gegen den Betreiber gab.

Auf der Deponie Grauer Wall

Die Deponie am Grauen Wall in Bremerhaven-Speckenbüttel: Seit Jahren Konfliktstoff zwischen Anwohnern, Behörden und Betreiber.

Asbest-Probleme offenbar seit 2006

Die Deponie am Grauen Wall in Bremerhaven-Speckenbüttel: Seit Jahren Konfliktstoff zwischen Anwohnern, Behörden und Betreiber.

Schon 2006 bemängelte die Gewerbeaufsicht, dass Asbest auf der Deponie "unzureichend" abgedeckt werde. Künstliche Mineralfasern, auch sie können Krebs erregen, lägen "verstreut auf der Deponie herum". Noch sieben Jahre später dasselbe Problem: Es sei zweifelhaft, ob die Deponie dem aktuellen Stand der Technik entspreche, heißt es in einem Aktenvermerk der Gewerbeaufsicht.

Bei einer Besprechung im Dezember 2014 nennt das Gewerbeaufsichtsamt eine Reihe von Auffälligkeiten "die Spitze des Eisbergs". Es gebe in Akten zahlreiche Angaben, die auf Verstöße gegen geltendes Recht und "fragwürdige Entscheidungen hinweisen" würden. Dabei geht es unter anderem um die ungenügende Befeuchtung von Problemabfällen, die eine Verwehung verhindern soll, und um Zweifel an der Berechnung von Staubemissionen. Aus so genannten "Big Bags" seien durch Aufplatzen außerdem "erhebliche Mengen des gefährlichen Filterstaubs ausgetreten". Ein ordnungsgemäßer Deponiebetrieb sei "zur Zeit nicht sichergestellt", befinden die Beamten.

2013 gab es einen potentiell gefährlichen "Vorfall"

In einem anderen Dokument wird sogar von einem "Vorfall" im September 2013 gesprochen, bei dem "toxische, krebserzeugende asbesthaltige Stäube und Filterstäube verweht werden können". Den Behördenmitarbeiter reißt der Geduldsfaden: Im selben Protokoll wird der Deponie-Prokurist der Lüge ("z.B. vor Gericht") bezichtigt. Er werde "von der Abfallbehörde nicht mehr als Gesprächspartner akzeptiert".

“In der Gesprächsrunde bestand Übereinstimmung, dass der Deponiebetreiber nicht vertrauenswürdig ist.”

Aus dem Protokoll einer Sitzung mit Vertretern aus fünf Behörden

Ernsthafte Folgen hatte all das für die BEG offenbar nicht. Im Oktober 2013 diskutierten die Ämter die Möglichkeit einer Strafanzeige nach § 326 des Strafgesetzbuches ("Unerlaubter Umgang mit Abfällen"). Eine Mitarbeiterin des Umweltsenators begutachtete die Vorgänge und verwarf eine Anzeige, "da der unzulässige Zustand unmittelbar behoben wurde" – doch auch in den Jahren danach beschrieben die Behörden teils haarsträubende Zustände auf der Grauwall-Deponie: "Das Zwischenlager ist abfallmäßig eine Katastrophe", heißt es an einer Stelle.

Umstrittener Prokurist blieb auf seinem Posten

Der umstrittene BEG-Prokurist durfte noch bis Januar 2016 auf seinem Posten bleiben. In seine Amtszeit fiel immerhin einer der wichtigsten wirtschaftlichen Erfolge des Betreibers: 2013 erhielt er die Genehmigung zur Erweiterung der Anlage, auf der er seitdem 52 Meter hoch Abfälle stapeln darf.

In einem der Dokumente findet sich ein möglicher Hinweis darauf, warum der Betreiber trotz der jahrelangen Kritik nicht stärker in die Zange genommen wurde:

“Eine verstärkte Überwachung wurde allgemein als erforderlich gesehen. Dem steht in allen Behörden der Personalmangel entgegen.”

Aus einem Protokoll des Gewerbeaufsichtsamtes Bremen

Die umstrittene Deponie "Grauer Wall" in Bremerhaven

Die Deponie am Grauen Wall im Bremerhavener Stadtteil Speckenbüttel besteht seit 1958 und dient der Aufnahme von Abfällen, die nicht verbrannt werden können, darunter auch Problemmüll wie Asbest oder Filterstäube. Betreiberin ist die Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft (BEG), die mehrheitlich zur Remondis-Gruppe, zu 25,1 Prozent aber auch der Stadt Bremerhaven gehört.

Die unmittelbar neben einem Wohngebiet liegende Deponiefläche beträgt rund 342.000 Quadratmeter. Jahrelang haben Anwohner gegen eine Erweiterung der Deponie gekämpft, allerdings ohne Erfolg: Ein Gericht erlaubte 2014 eine Verdoppelung der Deponiehöhe auf 52 Meter. Im Umfeld der Deponie werden von Gutachtern bis heute deutlich erhöhte Cadmium-, Zink- und Kupferwerte gemessen.

Quelle: Radio Bremen - buten un binnen Exklusiv - 23. Mai 2018 - Boris Hellmers

Umweltstadträtin Frau Dr. Benöhr-Laqueur
in der Stadtverordnetenversammlung
am 3. Dezember 2015

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Frau Dr. Benohr-Laqueur in der Stadtverordnetenversammlung

Mülldeponie "Grauer Wall" in Behördenkritik

Interne Papiere und Sitzungsprotokolle belegen, dass es in der Umweltbehörde, im Gewerbeaufsichtsamt und in anderen Ämtern massive Kritik an den Betreibern der Mülldeponie "Grauer Wall" in Bremerhaven gibt. Von fehlender Transparenz ist die Rede und sogar von Lügen. buten un binnen, dem die Protokolle vorliegen, wollte mit den Geschäftsführern über die Deponie und über die neue rot-schwarze Bremerhavener Koalition reden, die kein Asbest mehr gelagert haben will und Transparenz durchsetzen will.

Autor/-in: Rainer Kahrs
Länge: 4:15 Minuten
Datum: Donnerstag, 16. Juli 2015
Sendereihe: buten un binnen Magazin | RB TV

Mülldeponie “Grauer Wall” in Behördenkritik

Video: Mülldeponie “Grauer Wall” in Behördenkritik

Neue Koalition will "Grauer Wall" ohne Asbest

Auf der Mülldeponie "Grauer Wall" in Bremerhaven sollen künftig kein gesundheitsgefährdender Filterstaub und kein Asbest mehr eingelagert werden. Darauf haben sich SPD und CDU in Bremerhaven in ihrem Koalitionsvertrag verständigt. Das 20-seitige Papier hatte das neue Regierungsbündnis in Bremerhaven vorgestellt. Die Koalition will auch, dass die Anwohner umfassender als bisher darüber informiert werden, was auf der Deponie gelagert wird. Dazu sollen Kameras, deren Bilder man im Internet anschauen kann, auf dem Gelände aufgestellt und weitere Schadstoffmessungen durchgeführt werden. Zudem wird ein Deponiebeirat gegründet, in dem auch Bürger sitzen sollen.

Autor/-in: Rainer Kahrs
Länge: 00:46 Minuten
Datum: Mittwoch, 24. Juni 2015
Sendereihe: buten un binnen Magazin | RB TV

Neue Koalition will "Grauer Wall" ohne Asbest

Video: Schwarz-rote Koalition in Bremerhaven steht

Interview mit Umweltstadtrat Maurice Müller

Der Umweltstadtrat und die Deponie

Interview mit Umweltstadtrat Maurice Müller. Das Interview entstand im Rahmen der Sendung "Nicole Eilers" auf RadioWeserTV. Das Gespräch fand am 8. Juli 2014 statt.

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Deponie "Grauer Wall"

Anzeige nach Vorfall mit Asbest in Bremerhaven

Eine Bürgerinitiative hat Strafanzeige gegen die Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft (BEG) erstattet. Die Initiative wirft der Betreibergesellschaft der Deponie "Grauer Wall" vor, gefährlichen Sondermüll nicht sachgemäß entsorgt zu haben. Wie erst jetzt bekannt wurde, gab es auf der Deponie im September vergangenen Jahres einen gefährlichen Zwischenfall mit Asbest und sogenannten Filterstäuben.

Mehrere Säcke waren auf der Deponie aufgerissen. Giftige Stäube aus Filteranlagen und Asbestplatten gerieten in Kontakt mit der Umwelt. Laut Bürgerinitiative "Keine Erweiterung Grauer Wall" war das kein Einzelfall. Schon im Jahr 2006 sei Asbeststaub freigesetzt worden, so eine Sprecherin der Initiative. Gestützt wird diese Annahme durch Unterlagen, die Radio Bremen vorliegen.

Beim Bremer Senator für Umwelt weiß man laut Sprecher jedoch nur von dem Zwischenfall im September 2013. Da die Betreibergesellschaft BEG nicht wiederholt durch solche Missstände aufgefallen sei, habe man von einer Strafanzeige abgesehen. Allerdings kontrolliere das Gewerbeaufsichtsamt verstärkt, ob die BEG sachgerecht mit dem Sondermüll umgeht, so ein Sprecher des Amtes.

Strafanzeige gegen Deponiebetreiber

Für gewöhnlichen Haushaltsmüll war die Deponie "Grauer Wall" in Bremerhaven mal vorgesehen. Mittlerweile lagern dort aber viele giftige Stoffe. Schlimmer noch: Asbest wurde unsachgemäß deponiert. Und das ist nicht der einzige Zwischenfall. Das belegen Papiere, die buten un binnen vorliegen. Wie zuverlässig ist die Betreiberfirma, die zu einem Viertel der Stadt Bremerhaven gehört?

Autor/-in: Rainer Kahrs
Länge: 6:01 Minuten
Datum: Donnerstag, 3. Juli 2014
Sendereihe: buten un binnen Magazin | RB TV

Strafanzeige gegen Deponiebetreiber

Video: Strafanzeige gegen Deponiebetreiber

Deponie Grauer Wall

Gefährlicher Zwischenfall mit Asbest in Bremerhaven

Auf der Mülldeponie "Grauer Wall" in Bremerhaven hat es im vergangenen September einen gefährlichen Zwischenfall mit Asbest gegeben. Das geht aus Unterlagen hervor, die Radio Bremen vorliegen. Mehrere Verpackungen mit Asbestabfällen waren aufgerissen und beschädigt. Passiert ist das vermutlich beim Abkippen.

Das schreibt die zuständige Bremer Umweltbehörde in einem internen Papier. Das Abkippen von Asbestabfällen vom LKW gilt als nicht sachgemäßer Umgang mit dem gefährlichen Stoff. Schon 2006 hatte das Bremer Gewerbeaufsichtsamt nach den vorliegenden Informationen bemängelt, dass die Entsorgung von Asbest auf der Deponie – so wörtlich – "unzureichend" erfolgt.

Der jüngste Zwischenfall: Erst vor zwei Monaten brannte es den Unterlagen zufolge auf der Deponie. Nach Radio Bremen-Informationen dauerte es einen Tag, bis der Betreiber die Bremerhavener Feuerwehr alarmierte.

Asbest-Vorfall auf Bremerhavener Mülldeponie

Die Mülldeponie Grauer Wall in Bremerhaven ist nach Informationen aus dem Umweltressort falsch mit dem krebserregenden Stoff Asbest umgegangen worden. Ein Schreiben, das Radio Bremen vorliegt, besagt, dass im September 2013 Verpackungen mit Asbest-Abfällen unsachgemäß von einem LKW gekippt und dabei die Verpackungen beschädigt wurden, so dass der Stoff austreten konnte. Zuletzt hatte es auf der Deponie ein Feuer gegeben, die Feuerwehr soll aber erst nach einem Tag alarmiert worden sein.

Asbest-Zwischenfall auf Bremerhavener Mülldeponie

Video: Asbest-Zwischenfall auf Bremerhavener Mülldeponie

Die umstrittene Deponie “Grauer Wall”

Die umstrittene Deponie “Grauer Wall”

Länge: 28 Sekunden
Datum: Donnerstag, 3. Juli 2014
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Bürgerinitiative kontrolliert Mülldeponie

Die Mülldeponie "Grauer Wall" in Bremerhaven sollte schon längst geschlossen werden, aber nun wird sie ein noch einmal erweitert. Das nervt viele Anwohner, sie beobachten Giftstaub auf ihren Dächern und bemängeln fehlende Transparenz: Die Behörde gibt wenig Antworten und der Betreiber will gar nicht mit ihnen reden. Jetzt haben sie sich selber vor das Tor zur Deponie gestellt und alles ganz genau beobachtet.

Bürgerinitiative kontrolliert Mülldeponie

Autor/-in: Rainer Kahrs
Länge: 5:33 Minuten
Datum: Freitag, 30. Mai 2014
Sendereihe: buten un binnen Magazin | RB TV

Prozess um Mülldeponie "Grauer Wall"

Die Bremerhavener Mülldeponie "Grauer Wall" soll erweitert werden, das will der Betreiber der Deponie und auch die grüne Umweltbehörde von Senator Joachim Lohse. Aber die Anwohner, die in der Nachbarschaft der Deponie wohnen, klagen. Wenn die Erweiterung kommt, würden noch mehr giftiger Staub vom Müllberg in ihre Gärten wehen. Nun haben sie eine Bürgerinitiative gegründet und 25.000 Euro gesammelt um gegen die Pläne des grünen Umweltsenators vor Gericht zu klagen.

Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht

Autor/-in: Rainer Kahrs
Länge: 2:55 Minuten
Datum: Dienstag, 6. Mai 2014
Sendereihe: buten un binnen Magazin | RB TV

Rechtsstreit in Bremerhaven

Angst vor den Müllbergen in Speckenbüttel

Darf sich in Bremerhaven Müll 52 Meter hoch stapeln? Das könnte am Dienstag das Bremer Oberverwaltungsgericht entscheiden. Bürger hatten gegen die Erweiterung der Mülldeponie "Grauer Wall" in Bremerhaven-Speckenbüttel geklagt- und schon vorher jahrelang gekämpft. Wogegen eigentlich?

Die Deponie Grauer Wall in Bremerhaven gibt es schon seit Jahrzehnten. Dort wurde und wird Hausmüll abgeladen. Entsorgt wird außerdem Boden- und Bauschutt sowie Rückstände aus dem Müllheizkraftwerk. Nun soll die Deponie erweitert werden. Im Mai 2012 hatte dies das zuständige Bremer Umweltressort beschlossen. Dagegen wehrt sich eine Bürgerinitiative.

Müllberg wächst auf Dutzende Meter

75.000 Kubikmeter jährlich dürfen demnach abgeladen werden. Der Betreiber muss dabei die strengen Anforderungen des Umweltrechts erfüllen, so ein Behördensprecher. Die Deponiebereiche sollen gut abgedichtet werden. Der Müllberg darf aber auf mehr als das Doppelte der bisherigen Höhe wachsen.

Angst vor Gift

Die Mitglieder der Bürgerinitiative haben Angst, dass auf der Deponie Grauer Wall künftig giftige Reststoffe abgeladen werden dürfen, ohne dass die Deponie entsprechend gesichert ist. Auch fürchten sie, dass die Müllberge sich über 50 Meter aufhäufen. Die Aktivisten gegen den Ausbau der Müllhalde zweifeln am Gutachten der Deponiebetreiber.

So sah es schon sehr früh auf der Mülldeponie Grauer Wall  in Bremerhaven aus

So sah es schon sehr früh auf der Mülldeponie Grauer Wall (Archivbild) in Bremerhaven aus. (Quelle: Archiv Radio Bremen)

Sie klagen gegen die Erweiterung vor dem Oberverwaltungsgericht in Bremen. Das Thema hatte vor knapp einem Jahr auch zu Reibereien in der Koalition aus SPD und Grünen in der Stadtverordnetenversammlung geführt. Zudem hatten sich Anwohner über Staub auf Fenstern und Türen ihrer Häuser und Wohnungen nahe der Deponie beschwert. Ein Bremerhavener Labor fand später laut der Betroffenen in den Staubproben stark erhöhte Werte von Kupfer, Blei, Arsen und Thallium.

Grauer Wall

Die Deponie gibt es seit über 50 Jahren.Sie liegt im Norden von Bremerhaven östlich des Überseehafens. Der Schuttplatz ist so lang wie acht Fußballfelder, in der Breite entspricht es ungefähr fünf Fußballplätzen.

Entscheidung noch im Mai

Prozess um Mülldeponie "Grauer Wall"

Im Streit um die geplante Erweiterung der Bremerhavener Mülldeponie "Grauer Wall" soll es noch im Mai 2014 eine Entscheidung geben. Das hat der Vorsitzende Richter in dem Prozess am Bremer Oberverwaltungsgericht zugesagt. Eine Bürgerinitiative wehrt sich gegen die Pläne, weil sie Angst um die Gesundheit der Anwohner hat und einen doppelt so hohen Müllberg befürchtet.

Die Müllberge dürfen 52 m hoch werden.

Grauer Wall: Die Müllberge dürfen der Genehmigung zufolge 52 Meter hoch werden.

Quelle: Radio Bremen 
buten un binnen 
06.05.2014

Geht es nach dem Land, dürfen Filterstaub und Asche aus Müllverbrennungsanlagen noch 20 weitere Jahre auf der Deponie im Norden Bremerhavens landen. Gesundheitsgefährdend für die Anwohner ist nach Ansicht der Richter vor allem giftiger Staub, den der Wind von der Deponie wegweht. Das Gericht hörte deshalb Gutachter und Anwälte, insbesondere zur Entwicklung und Zusammensetzung des Staubs.

Aus Sicht der Bürgerinitiative steckt das Gutachten, auf dem die Genehmigung des Deponieausbaus beruht, voller Fehler. Bei der Gefahr, die von dem Staub ausgeht, sprach ein Experte von "Phantasiewerten". Der Gutachter der Gegenseite räumte ein, man hätte den Staub genauer untersuchen können. Nach den Worten des Vorsitzenden Richters ist der Ausgang des Verfahrens offen.

Das Bremer Umweltressort unterstrich vor dem Prozess, dass sich der Betreiber an strenge Auflagen halten muss und der Deponiebereich gut abgedichtet wird. Wenn die Deponie wie genehmigt erweitert wird, dürfen dort künftig 75.000 Kubikmeter Müll abgeladen werden.

Demo gegen Gift-Deponie in Bremerhaven

Weil sie Angst vor giftigen Partikeln haben, demonstrierten rund 100 Bremerhavener gegen eine Mülldeponie in der Nachbarschaft. Auf dem Gelände im Ortsteil Speckenbüttel lagern 29 als "gefährlich" eingestufte Abfallarten. Bei Wind sollen giftige Stoffe in die umliegenden Wohngebiete geweht werden, behaupten die Demonstranten. Um das zu klären, will die Stadt Bremerhaven jetzt ein langfristiges Projekt starten.

Autor/-in: Uwe Wichert
Länge: 1:38 Minuten
Datum: Freitag, 24. Januar 2014
Sendereihe: buten un binnen Magazin | RB TV

Demonstration gegen die Deponie

Quelle:
Radio Bremen
buten un binnen
24.01.2014

Hafenzubringer blockiert  -  Demo gegen Erweiterung der Deponie Bremerhaven

Knapp 150 Menschen haben in Bremerhaven gegen die geplante Erweiterung der Mülldeponie "Grauer Wall" demonstriert. Mit Schutzanzügen und großen Abfallsäcken forderten sie die Stilllegung der Halde. Auf ihrem Marsch blockierten die Demonstranten kurzfristig eine Kreuzung des Hafenzubringers "Cherbourger Straße".

Aufgerufen zu der Demo hatte die "Bürgerinitiative Keine Erweiterung Grauer Wall". Sie wehrt sich seit längerem gegen die Deponie. Die Müllkippe, so die Bürgerinitiative, produziere hochgiftigen Feinstaub, der in die benachbarten Wohngebiete wehe.

Bikeg-Demonstration gegen die Deponie Grauer Wall

Eine Produktion von NZ-Online - 24. Januar 2014
Redaktion: Ann-Kathrin Brocks und Matthias Berlinke
Kamera: Ann-Kathrin Brocks

Demonstration gegen die Deponie Grauer Wall

Vom Winde verweht?

Quelle:
Nordsee-Zeitung online
24.01.2014

Wie gefährlich ist die Erweiterung der Bremerhavener Mülldeponie "Grauer Wall"?

Die Deponie Grauer Wall in Bremerhaven gibt es schon seit Jahrzehnten. Dort wurde und wird Hausmüll abgeladen. Nun soll die Deponie erweitert werden. Im Mai 2013 hat das zuständige Bremer Umweltressort das beschlossen.

Dagegen wehrt sich eine Bürgerinitiative. Ihre Mitglieder haben Angst, dass auf der Deponie Grauer Wall künftig giftige Reststoffe abgeladen werden dürfen, ohne dass die Deponie entsprechend gesichert ist. Auch fürchten sie, dass über 50 Meter hohe Müllberge aufgehäuft werden.

Zweifel am Gutachten der Deponiebetreiber

Deswegen hat die Bürgerinitiative gegen die Erweiterungs-Genehmigung geklagt. Der Genehmigung lägen falsche Annahmen zugrunde, sagt die Initiative – und führt als Beleg ein Gutachten an, das das Gutachten der Deponiebetreiber in Zweifel zieht.

Insbesondere geht es dabei um den Staub, der möglicherweise von der Deponie in die angrenzenden Siedlungen hinüberweht. Die Bürgerinitiative fordert weitere Staubmessungen, die Betreibergesellschaft BEG hat das abgelehnt und die Politik hat über diese Frage wochenlang gestritten. Ende Oktober 2013 soll nun die Umweltbehörde ein Konzept für solche Messungen vorlegen.

 

Fragen:

  • Wie gefährlich ist der Staub von der Deponie?
  • Sind die Messungen ausreichend?
  • Was geschieht, wenn die Belastung durch die Deponie tatsächlich höher ist als bisher angenommen?

 

Gesprächsteilnehmer:

  • Günther Flißikowski von der Bürgerinitiative BIKEG
  • Ulf Eversberg, umweltpolitischer Sprecher der Grünen in Bremerhaven
  • Sönke Allers, SPD-Fraktionschef in der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung
  • Thorsten Raschen, stellvertretender Fraktions- vorsitzender der CDU

Wir haben bei "Nordwestradio unterwegs" live in der Gaststätte "Uwes Pfefferkorn" in Bremerhaven darüber diskutiert.

Moderation: Martin Busch
Redaktion: Catharina Spethmann

Quelle: Radio Bremen
Nordwestradio unterwegs
19. September 2013

Die ganze Diskussion zum Anhören:
Vom Winde verweht?  [43:36]

Ein Nachbericht zum Anhören:
Mülldeponie "Grauer Wall" in Bremerhaven  [3:17]

Link zum Beitrag
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Die Gesprächsrunde und das Publikum

Die Gesprächsrunde und das Publikum

Ulf Eversberg, Günther Flißikowski und Martin Busch

Ulf Eversberg, Günther Flißikowski und Martin Busch

Gesprächsrunde mit Ulf Eversberg, Günther Flißikowski, Sönke Allers, Martin Busch und Thorsten Raschen

Gesprächsrunde (v.l.:) Ulf Eversberg, Günther Flißikowski, Sönke Allers, Martin Busch und Thorsten Raschen

Stimmen aus dem Publikum

Martin Busch sammelt Stimmen aus dem Publikum

Protest gegen Sondermülldeponie

Müll produzieren wir Menschen in Massen! Und in Deponien wird er gelagert, verarbeitet und verbrannt. Bisher nichts Neues. In Bremerhaven sorgt aber eine Deponie für Sondermüll für mächtig Ärger bei den Anwohnern. Darüber spricht Moderator Christian Schmidt mit Günther Flißikowski, Sprecher der Bürgerinitiative "Keine Erweiterung Grauer Wall" Bremerhaven.

Protest gegen Sondermülldeponie - Interview mit Günther Flißikowski

Quelle:
FAN - Fernsehen
aus Niedersachsen: Bremerhaven - Talk
   19.07.2012

Kampf gegen Mülldeponie

Bürger in Bremerhaven kämpfen gegen eine Sondermülldeponie. Undurchsichtige Gutachten, gefährlicher Feinstaub und die Expansionspläne der Betreiberfirma BEG treiben die Hanseaten auf die Barrikaden.

Kampf gegen Mülldeponie - Interview mit Dr. Frieder Walz

Quelle:
FAN - Fernsehen
aus Niedersachsen: Bremerhaven - Talk
   19.07.2012

Hier stinkt es!

Schrott, Asbest und Schwermetalle: In Bremerhaven soll auf einer Mülldeponie jetzt noch mehr giftiger Sondermüll gelagert werden. Die Deponie "Grauer Wall" soll ausgerechnet direkt neben einem Erholungsgebiet entstehen. Die Politik hat das Projekt bereits abgesegnet, den Anwohnern stinkt das gewaltig. Sie fürchten um ihre Gesundheit und haben Klagen eingereicht.

Nicolas Schweers berichtet.

Quelle: RTL Regional  -  05.06.2012

RTL-Bericht über die Sondermülldeponie Bremerhaven
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